Online-Petition fordert freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen

Der Petition von Lars Fischer liegt die Kritik an einem interessanten Geschäftsmodell zugrunde, der Veröffentlichung von Forschungsergebnissen in Publikationen von Fachverlagen:

  1. Forschung wird mit öffentlichen Mitteln (mit-) finanziert
  2. Dann müssen die Ergebnisse publiziert werden
  3. Dies geschieht in der Regel über Wissenschaftsverlage
  4. Schließlich sollen dann die (Uni-) Bibliotheken (wiederum mit öffentlichen Geldern) diese Werke in ihren Bestand aufnehmen

Auszug aus dem Petitionstext:
“Die öffentliche Hand fördert Forschung und Entwicklung nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung jährlich mit etwa 12 Milliarden Euro. Die Ergebnisse dieser Forschung jedoch werden überwiegend in kostenpflichtigen Zeitschriften publiziert. Es ist nicht angemessen, dass der Steuerzahler für die von ihm finanzierten Forschungsergebnisse erneut bezahlen muss.
Wegen der hohen Kosten und der Vielzahl wissenschaftlicher Zeitschriften sind Forschungsergebnisse nur in wenigen Bibliotheken einsehbar. Den meisten Bürgern ist der Zugang zu der von ihnen finanzierten Wissenschaft dadurch nicht nur erschwert, sondern de facto ganz verschlossen.
Den Bürger von der Wissenschaft auszusperren ist nicht nur schädlich, sondern auch unnötig. Andere Länder haben vergleichbare Vorhaben bereits umgesetzt. Die US-Amerikanische Behörde National Institutes of Health (NIH) verlangt, dass alle von ihr finanzierten Publikationen binnen 12 Monaten an einem zentralen Ort öffentlich zugänglich sind. Die grundsätzliche Struktur des wissenschaftlichen Publikationswesen verändert sich hierdurch nicht.”

Hier geht es zur Petition
Die Petition wird vom Aktionsbündnis “Urheberrecht und Wissenschaft” unterstützt. Dessen Mitglieder sind unter anderem:

  • Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.
  • Max-Planck-Gesellschaft
  • Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V.

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